12. Februar, 20:00 Uhr
„DER KONTRABASS“ - Patrick Süskind

mit Thomas Harms vom Staatstheater Cottbus

Eigentlich ist der Kontrabass das wichtigste Instrument des Orchesters. Ohne ihn können alle, der Dirigent inklusive, nach Hause gehen. Aber das Zusammensein mit einem Kontrabass hat für einen Musiker enorme Tücken:

Er ist groß und sperrig, passt in kein normales Auto und ist immer eine Behinderung. Entweder buckelt man ihn auf dem Rücken oder er steht zu Hause in der Ecke und schaut stoisch zu, selbst wenn man Damenbesuch hat. Für den Kontrabassisten steht fest: Mit Musik hat der Kontrabass nicht viel zu tun. Ihn zu spielen ist reiner Kraftsport. Als Soloinstrument wurde er sowieso von jedem anständigen Komponisten ignoriert. Und so ist er in den schwummerigen Hintergrund des Orchestergrabens verbannt.

Selbst die junge Sopranistin Sarah oben im Rampenlicht, auf die der Kontrabassist ein Auge geworfen hat, nimmt von ihm, dem Kontrabass, nicht die geringste Notiz. Wie kann er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Vielleicht durch besonders schönes Spielen oder eher mit dem markerschütternden Schrei eines liebenden Herzens ...? Patrick Süskind gewährt uns in seinem brillanten Monolog einen Einblick in das widersprüchliche (Innen-) Leben eines Kontrabass spielenden Mannes und seines Instrumentes, das für ihn Freund und Feind, Geliebte und Verhinderer eines selbst bestimmten Lebens ist.