13. Februar, 20:00 Uhr
ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERTE
„Der Kontrabass“ (Schauspiel von P.Süskind)
mit Thomas Harms (Staatstheater Cottbus)

Eigentlich ist der Kontrabass das wichtigste Instrument des Orchesters. Ohne ihn können alle, der Dirigent inklusive, nach Hause gehen. Aber das Zusammensein mit einem Kontrabass hat für einen Musiker enorme Tücken: Er ist groß und sperrig, passt in kein normales Auto und ist immer eine Behinderung. Entweder buckelt man ihn auf dem Rücken oder er steht zu Hause in der Ecke und schaut stoisch zu, selbst wenn man Damenbesuch hat. Für den Kontrabassisten steht fest: Mit Musik hat der Kontrabass nicht viel zu tun. Ihn zu spielen ist reiner Kraftsport. Als Soloinstrument wurde er sowieso von jedem anständigen Komponisten ignoriert. Und so ist er in den schwummerigen Hintergrund des Orchestergrabens verbannt. Selbst die junge Sopranistin Sarah oben im Rampenlicht, auf die der Kontrabassist ein Auge geworfen hat, nimmt von ihm, dem Kontrabass, nicht die geringste Notiz. Wie kann er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Vielleicht durch besonders schönes Spielen oder eher mit dem markerschütternden Schrei eines liebenden Herzens ...?

Patrick Süskind gewährt uns in seinem brillanten Monolog einen Einblick in das widersprüchliche (Innen-) Leben eines Kontrabass spielenden Mannes und seines Instrumentes, das für ihn Freund und Feind, Geliebte und Verhinderer eines selbst bestimmten Lebens ist.

Thomas Harms
Geboren in Schwerin. Nach dem Abi- tur 1979-1982 Studium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Erstes Engagement 1982 bis 1990 Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin; anschließend für 3 Jahre am Stadttheater Lüneburg als Schauspieler tätig, 1993 Wechsel an das Staatstheater Cottbus. 2003 Max-Grünebaum-Preis der Max-Grünebaum-Stiftung für besondere künstlerische Leistungen am Staatstheater Cottbus. Zusammenarbeit mit den Regisseuren Christoph Schroth, Alejandro Quintana, Reiner Flath, Gertrud Elisabeth Zillmer, Peter Schroth, Rudolf Koloc

Darsteller in mehreren Filmproduktionen: Hotelboy in "Das Luftschiff", Regie: Rainer Simon (DEFA 1982); Kriminaltechniker in Polizeiruf 110 "Drei Flaschen Tokajer" (DFF 1989); Hausmeister und Bahnhofsvorsteher in "Ein Mann am Zug" ( ZDF1993) Wichtige Rollen (Auswahl): Titelrolle in "Hamlet" am Stadttheater Lüneburg; in Cottbus: Hase in "Hase Hase" Goldberg in "Goldberg-Variationen" Zwirn in "Lumpazivagabundus" Todd in "Pterodactylus" Wirt in "Minna von Barnhelm" Silen in "Der Kyklop" Sganarell in "Der Arzt wider Willen" Leopold Brandmeyer in "Im weißen Rößl" Daniel in "Die Versprochene" Ibrahim in "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" Robert Schlucker (Mond) in "Ein Sommernachts- traum" Saleri in “Mozartnacht” Klapproth in “Pension Schöller” Mephisto in “Faust I” Wilhelm Voigt in “ Der Hauptmann von Köpenick”


Fotos: Norbert Möhler