14. März, 20:00 Uhr
ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERTE
„Sei gegrüßt und lebe”

Zu Ehren des 80. Geburtstag von Christa Wolf am 18.03.2009
Aus dem Briefwechsel zwischen
Christa Wolf und Brigitte Reimann
gelesen von Barbara Hütten & Maja Chrenko,
am Marimbaphon begleitet Georg Wieland Wagner

Zwei der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begegnen sich in ihren Briefen. Die souveräne, lebenskluge Christa Wolf und die impulsive, zwischen überbordendem Schaffenswillen und tiefer schmerzvoller Depression zerrissene Brigitte Reimann verbindet seit den 1960er Jahren eine enge Freundschaft, die einen intensiven brieflichen Austausch von großer Offenheit und Gedankentiefe hervorbringt.
In einer Mischung aus Rückschau und Zeitreise lassen die beiden Schauspielerinnen Barbara Hütten und Maja Chrenko und der Marimbaphonist Georg Wieland Wagner die heutige Christa Wolf ihre Begegnung mit Brigitte Reimann noch einmal erleben.

Christa Wolf
...wurde am 18. März 1929 als Tochter des Kaufmanns Otto Ihlenfeld in Landsberg an der Warthe , heute Gorzów Wielkopolski, Polen, geboren. Sie besuchte dort bis kurz vor Kriegsende die Schule. Nach der Vertreibung durch die anziehenden sowjetischen Truppen fand die Familie 1945 vorerst in Mecklenburg eine neue Heimat. Sie beendete die Oberschule 1949 mit dem Abitur in Bad Frankenhausen und trat im gleichen Jahr in die SED ein. Sie blieb Mitglied bis Juni 1989. Von 1949 bis 1953 studierte sie Germanistik in Jena und Leipzig. 1951 heiratete sie den Schriftsteller Gerhard Wolf. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband und als Lektorin verschiedener Verlage sowie als Redakteurin bei der Zeitschrift „neue deutsche literatur“. Von 1955 bis 1976 war sie Mitglied im Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR. Seit 1962 ist sie freie Schriftstellerin. Seit 1974 war sie Mitglied der Akademie der Künste der DDR. 1976 wurde sie aufgrund der Mitunterzeichnung des „offenen Briefes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns“ aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. 1984 wurde sie Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Paris.

Barbara Hütten
...entstammt einer Theaterfamilie. Sie studierte an der Schauspielschule Berlin, danach folgen erste Engagements
in Leipzig und Dresden. In den 1970er Jahren gehört sie zum innovationsfreudigen Senftenberger Schauspielensemble, das mit Regisseuren wie Frank Castorf neues, aufsehenerregendes Theater probiert. Nach einem Engagement in Frankfurt / Oder wechselt sie 1992 ans Staatstheater Cottbus, wo sie in Arbeiten u.a. mit Christoph Schroth fast ein Jahrzehnt eine der prägenden Persönlichkeiten des Ensembles ist. Daneben erarbeitet sie literarische Programme und Lesungen, die nach ihrem Abschied vom Theater 2001 in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit rücken. Barbara Hütten lebt mit ihrem Mann, dem Bühnenbildner Joachim Vogler, in Leipzig.

Maja Chrenko
...studierte an der Schauspielschule „Ernst Busch“. Danach spielt sie 15 Jahre in festen Theaterengagements u.a. in
Greifswald, Cottbus und Esslingen, mit Regisseuren wie Christoph Schroth, Karl-Heinz Liefers und Alejandro Quintana. Seit ihrem Umzug nach Leipzig und der Geburt des ersten Kindes 1998 arbeitet sie freischaffend als Schauspielerin und Sprecherin. Große Beachtung fand ihr Solostück „Teacher in a box“ am Leipziger theater fact. Sie ist in Episodenrollen u.a. in „Tatort“, „Polizeiruf 110“ und „Soko Leipzig“ zu sehen. Seit 2004 erarbeitet sie fünf Kindertheaterstücke als komplette Eigenproduktionen, hinzu kommen erste Regiearbeiten, musikalische Programme, Lesungen. Maja Chrenko lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Leipzig.