16. Mai, 20:00 Uhr
ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERTE
„Mut zum Genuss”

Ein neues Brecht-Handbuch für Spieler, Zuschauer, Mitstreiter und Streiter von Prof. Dr. Manfred Wekwerth

mit Syman (Piano) und den Schauspielern Renate Richter (Berlin), Hendik Duryn (Leipzig), Erich Schaffner (Mörfelden)

Die Schauspieler lesen aus dem neuen Wekwerth-Buch MUT ZUM GENUSS. Ein Brecht-Handbuch, was sie selbst herausgesucht haben, und singen, begleitet von Syman am Piano, diesmal keine Brecht-Lieder, sondern Lieder, von denen Brecht „geklaut“ hat.

Da ist zum Beispiel „So oft der Frühling durch das offne Fenster/Am Sonntagmorgen uns hat angelacht“ – von Brecht entdeckt auf dem Oktoberfest in Karl Valentins „Tingeltangel“ und zur „Erinnerung an die Marie A.“ umgearbeitet; oder die Marseiller Schiffer-Romanze „L’Etendard de la Pitié“, die zur „Seeräuber-Ballade“ und zum „Courage-Lied“ wurde.

Und eines von Brechts Lieblingsliedern, DAS FIAKERLIED, ein berühmtes Kutscher-Lied aus Wien, das ihm der Leipziger Wiener Hanns Eisler oft am Flügel vorsingen musste. Wie Lieder aus der Pariser Commune von Jean Baptiste Clement, Mitglied der Pariser Commune, die Brecht so gefielen, dass er sie in sein Stück DIE TAGE DER COMMUNE aufnahm. Aus dem Vorwort des Buches: So ist dieses Handbuch der Versuch, Fakten, Ansichten, Erfahrungen, Geschichten, Beobachtungen, Denkweisen, Vermutungen, Irrtümer, Berichte über Probenpraxis und über Experimente, stammend aus der Zeit meiner Zusammenarbeit mit Brecht und später aus meiner Arbeit mit seinem Theater, vor dem Vergessen zu bewahren und denen zur Verfügung zu stellen, die an Brecht interessiert sind und ihn für ihre Arbeit benutzen wollen. Dabei geht es auch um Erkundung, wo und wie Brecht in heutigern Theateraufführungen zu finden oder nicht zu finden ist.

Denen aber, die Brecht ablehnen, gibt es die Möglichkeit, das Richtige abzulehnen. Vielleicht gelingt es mir, Brecht selbst einmal zu „verfremden“ und zur allgemeinen Ermutigung sein Theater einmal nicht, wie ich es selbst oft getan habe, hauptsächlich von der Absicht „eingreifenden Denkens“ her zu beschreiben, sondern einfach als Wagnis zu besserem Theater.

Kurz: als Mut zum Genuss.