17. Januar, 20:00 Uhr
ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERT
„Uns zu verewigen sind wir ja da!"

Aus Weimars Klassischer Zeit
Das Theater Goethes und Schillers in der Erinnerung der Schauspielerfamilie Anton und Eduard Franz Genast.
Eine Lesung mit Musik
Barbara Hütten & Maja Crenko

Schauspieler...
...haben eine Menge zu erzählen. Über Sternstunden der Kunst, aber auch über Skandale, Pannen auf offener Szene, Dramen hinter den Kulissen. Die Erinnerungen der Schauspieler Anton und Eduard Genast sind voll von alledem. Sie lassen das Weimarer Theater zu Zeiten Goethes und Schillers in seiner künstlerischen Weltbedeutung wie in seinen alltäglichen Begebenheiten und
Anekdoten lebendig werden – und die Menschen hinter den großen Klassikern: den schwäbelnden, etwas schüchternen Schiller und den noblen, gestrengen, aber auch unter freiem Himmel eine ‚Bratwurst auf die Hand’ verzehrenden Goethe. Von Schillers Ankunft in Weimar bis zu Goethes Sturz als Theaterdirektor wird die Geschichte einer einzigartigen künstlerischen Ära erzählt, die eine ganze Epoche geprägt hat und bis heute in ihren Werken und
Ideen weiterwirkt. “Die Schauspieler, die das Glück hatten, unter der Leitung solcher Männer zu stehen, werden gewiß diese Zeit noch in ihrem hohen Alter als die glücklichste ihres Lebens betrachtet haben..”

Das Programm will einen neuen Blick auf die großen Klassiker öffnen. Die Erinnerungen der Schauspieler Anton und Eduard Genast, die über
Jahrzehnte fast täglich mit Goethe und Schiller (in seinen Weimarer Jahren) zusammenarbeiteten und direkt an ihrem künstlerischen Schaffensprozess teilhatten, zeigen die‚ Dichterfürsten’ als Menschen mit Idealen, Zweifeln, Eigenheiten, alltäglichen Sorgen und höchsten künstlerischen Zielen. Die
‚persönliche’ Begegnung mit Goethe und Schiller ermöglicht einen neuen Zugang zum Gedankengebäude der Klassik und will neue Lust und Interesse an den gar nicht staubigen, sondern höchst lebendigen Klassikern wecken, die wir allzuoft nur auf ihren steinernen Denkmalssockeln wahrnehmen oder – auch das ist heutzutage möglich - als Kasperletheaterpuppen im offiziellen
Angebot der Weimar-Touristik.
Gleichzeitig entsteht ein überraschender Blick auf die Zeit der Weimarer Klassik, die eine viel kriegerischere war, als man heute angesichts der Ruhe und gefassten Kraft ihrer Werke vermuten mag.

Barbara Hütten
...entstammt einer Theaterfamilie. Sie studierte an der Schauspielschule
Berlin, danach folgen erste Engagements in Leipzig und Dresden. In den 1970er Jahren gehört sie zum innovationsfreudigen Senftenberger
Schauspielensemble, das mit Regisseuren wie Frank Castorf neues,
aufsehenerregendes Theater probiert. Nach einem Engagement in
Frankfurt/Oder wechselt sie 1992 ans Staatstheater Cottbus, wo sie in Arbeiten u.a. mit Christoph Schroth fast ein Jahrzehnt eine der prägenden Persönlichkeiten des Ensembles ist. Daneben erarbeitet sie literarische Programme und Lesungen, die nach ihrem Abschied vom Theater 2001 in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit rücken. Barbara Hütten lebt mit ihrem Mann, dem Bühnenbildner Joachim Vogler, in Leipzig.

Maja Chrenko
...studierte an der Schauspielschule „Ernst Busch“. Danach spielt sie 15 Jahre
in festen Theaterengagements u.a. in Greifswald, Cottbus und Esslingen, mit
Regisseuren wie Christoph Schroth, Karl-Heinz Liefers und Alejandro Quintana. Seit ihrem Umzug nach Leipzig und der Geburt des ersten Kindes 1998 arbeitet sie freischaffend als Schauspielerin und Sprecherin. Große Beachtung fand ihr Solostück „Teacher in a box“ am Leipziger theater fact. Sie ist in Episodenrollen
u.a. in „Tatort“, „Polizeiruf 110“ und „Soko Leipzig“ zu sehen. Seit 2004 erarbeitet sie fünf Kindertheaterstücke als komplette Eigenproduktionen,
hinzu kommen erste Regiearbeiten, musikalische Programme, Lesungen. Maja Chrenko lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Leipzig.

Nach einer gemeinsamen Zeit in den 1990er Jahren am Staatstheater
Cottbus hat sich seit 2005 zwischen Barbara Hütten und Maja Chrenko eine neuerliche intensive künstlerische Partnerschaft entwickelt. Zu ihrem gemeinsamen Repertoire gehören das Programm „Sei gegrüßt und lebe – eine Freundschaft in Briefen“ – eine szenische Lesung aus den Briefen von Brigitte Reimann und Christa Wolf – sowie die szenische Lesung „Die Sehnsucht hat
allemal recht!“ aus dem Briefwechsel der Bettine von Arnim und der Karoline von Günderode.