22. Januar, 20:00 Uhr
ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERT
"Unheilige Dreieinigkeit"
Lou Andreas-Salomé
Friedrich Nietzsche
Elisabeth Förster-Nietzsche
mit Mit Maria Gessler (Sopran),
Steffi Böttger & Bernhard Biller (Schauspieler) Konstanze Hollitzer (Pianistin)

Im Abstand von fünfzehn Jahren wurden in zwei völlig unterschiedlichen Welten zwei Frauen geboren, die großen Einfluß auf Werk und Leben Friedrich Nietzsches nahmen: 1846 im evangelischen Pfarrhaus in Röcken seine Schwester Elisabeth Theresa Alexandra Nietzsche – 1861 in St. Petersburg die
Generalstochter Louise Gustavowna von Salomé.
„Du gehst zu Frauen? - Vergiß die Peitsche nicht!“ – diesen über die Maßen strapazierten Rat im Zarathustra, unterschiedlichst interpretiert in den vergangenen Jahrhunderten, verdanken wir einer Enttäuschung, einem Photo oder aber einer Selbstinszenierung, die sich, unabhängig von pathologischen
Befunden, bis in den Wahnsinn Nietzsches steigerte?

Wer aber waren diese beiden Frauen, welche Lebenswege gingen sie, welche Kräfte wirkten zwischen ihnen, und welche Chancen räumte ihnen die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ein, frei von männlicher Fürsorge ihre Fähigkeiten zu entfalten?
Wenige Begegnungen gab es, stets im Verbunde mit Nietzsche, der das Bindeglied zwischen ihnen war: in Tautenburg oder in Bayreuth.
Hochbegabt, eifersüchtig über den Bruder wachend, wie später über sein Werk, Gralshüterin die eine – abgestoßen von Nietzsches Unbedingtheit, seinem verliebten Drängen, ihre Souveränität als Dichterin, Essayistin und gänzlich unabhängige Frau behauptend und damit den Nimbus der Femme fatal auf sich nehmend die andere. Spätere Hitler-Anhängerin, forsche Vermarkterin der Schriften ihres Bruders und Mitträumende eines „Neuen Weimar“ – Elisabeth Förster-Nietzsche; spätere Rilke-Geliebte und den
Dichter damit zu seinen schönsten Liebesgedichten inspirierend, Freud-Schülerin – Lou Andreas Salomé.

Nach dem großen Alma Mahler-Werfel Programm „Eine große fremde Freude“ inszeniert das Quartett aus Leipzig, bestehend aus der Sopranistin Maria Gessler, den Schauspielern Steffi Böttger und Bernhard Biller sowie der Pianistin Konstanze Hollitzer literarisch und musikalisch das Drama um Liebe, Haß, Schöpfertum und Einsamkeit, zusammengestellt aus Briefen,
Tagebuchaufzeichnungen und biographischem Material. Es erklingen, neben den Wesendonck-Liedern von Richard Wagner, u.a. Werke von Friedrich Nietzsche, Richard Strauß und Alma Mahler-Werfel.