23.02. 2013

PHANTASTEREIEN ÜBER GERSHWIN

Ines Agnes Krautwurst und Stephan König

Bilder vom Stück bei facebook

Treffender als die LVZ schrieb, können wir das Programm nicht beschreiben:

"Am Flügel sitzt scheinbar unauffällig Stephan König. Mit frischfeurigem Rot-Ton im Haar und beigen Seidenoverall auf dem Körper steht neben ihm Ines Krautwurst auf der Bühne im HdV. Ein leicht verderbtes Lächeln umspielt ihren Mund - sie kann es sich leisten.
"Phantastereien über Gershwin" haben die Musiker ihr drittes gemeinsames Projekt überschrieben.
Zunächst Klangexperimente- mit Claves und Stimme der Krautwurst läuten eigenartige Töne den Abend ein. Urlaute könnten es sein oder Delphinrufe - oder Ursprünge der Musik. Dann wischt König über die Klaviatur und das Gershwin-Repertoire. Nahtloser Übergang, Ines Krautwurst interpretriert "It ain't necessarily so".
 
Zunächst lehnt sie sich an Gershwins Vorgabe, um dann über das Thema zu phantasieren. Ihre Stimme jagt in ungeahnte Höhen und versuchte Tiefen. Sie jazzt, swingt, zischelt, tirilliert; ein heiseres Summen schwillt zum kraftvollen Ton. Gänsehaut ist garantiert. Das Lächeln wird zum Grienen, zum erfrischenden Lachen. Von Anfang an ist die Nähe zu Publikum da. Zwischendurch ölt sie ihre Stimme mit einem Schluck - nicht Whisky sondern Fencheltee mit Honig.
 
Ohne Spaß keine Phantastereien. Die Gershwin-Hommage wird nicht bierernst. Klavier und Krautwurst-Stimme führen erfrischende Dialoge ohne Worte. Das Gespräch entschwindet in der Zeit vor Gershwin verweilt beim Wiener Walzer und führt zurück bis zum Jazzrock der Gegenwart.
Die Liebe zum Musical dominiert die Premiere. Zur geschulten Stimme gesellt sich erotische Körpersprache und fesselnde Mimik. Für den in einem solchen Programm unvermeidbaren Klassiker "Summertime" besitzt die Krautwurst Charisma genug, um ihm ihre persönliche Note zu geben. Nach gut einstündiger Spielzeit tobt Applaus, besonders aus der Ecke, in der, junge Männer gehäuft sitzen."