ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERT am 23.03., 20:00 Uhr und 24.03., 17:00 Uhr

„GUTEN MORGEN, DU SCHÖNE  -   
EINE AUFFORDERUNG ZUM DIALOG“

Texte von Maxi Wander und Christa Wolf
GELEBTES LESEN – eine Collage

Mit Anne Katrin Bürger, Barbara Hütten und Stefan Köhler(Violincello)

Programm

1. Musik - (S. Köhler/Cello)
2. Guten Morgen du Schöne, M. Wander - (B. Hütten)
3. Musik - (Stefan Köhler/Cello)
4. Brief an Tanja, M.Wander - (A. Bürger)
5. Musik - (S. Köhler/Cello)
6. Steffi "Brot und Kaviar", M. Wander - (B. Hütten)
7. Musik - (Stefan Köhler/Cello)
8. "Der verlassene Mann", M.Wander - (A.Bürger, S.Köhler/Cello)

PAUSE

9. Musik - (S.Köhler/Cello)
10. Rosi "Das Haus in dem ich wohne", M.Wander - (A. Bürger)
11. Musik - (S. Köhler/Cello)
12. "Aufforderung zum Dialog", C. Wolf - (A. Bürger/B. Hütten)
13. Musik - (S. Köhler/Cello)

Texte:
Maxi Wander

Protokolle: „ROSI“ – A.K. Bürger, „STEFFI“ – B. Hütten
„Brief an Tanja“ A.K. Bürger

Christa Wolf
Ein Interwiev: B. Hütten, A.K. Bürger

Maxi Wander:
„Guten Morgen, Du Schöne“
Zwei von 19 Protokollen , über Frauen unterschiedlichen Alters,  verschiedener Berufe, Herkunft und Interessen, widerspiegeln unterschiedlichste Lebensgeschichten, Schicksale und Reaktionen auf  wechselvolle Ereignisse vergangener Jahrzehnte.

„Tagebücher und Briefe“
Brief an Tanja aus dem Krankenhaus vom 1.11.1976

Christa Wolf: 
„ Reden im Herbst“
Im Gespräch mit Gerhard Rein
„…Die Literarur wird leisten müssen, was sie immer und überall leisten muß, wird die blinden Flecken in unserer Vergangenheit erkunden müssen und die Menschen in den neuen Verhältnissen begleiten.“

„Die Liebeskämpfe und Tragödien der entzweiten Geschlechter haben eine überwältigende Tradition. Sie reichen mit ihren Nachwehen bis in jedermanns Leben. Neu aber und nie dagewesen ist der Wille, der sich dagegensetzt, entschlossen die soziale und existentielle Trennung der Geschlechter zu beheben. Dort Freundschaft zu setzen, wo Kampf war.
Doch liegt uns solche Bestrebung heute schon so nah, dass wir Gefahr laufen, den enormen Druck des Herkommens zu unterschätzen und den Wunsch für die Tat zu nehmen. Wir vergessen, dass, wo Liebe freundlich werden will bis zum Grund, wir zuerst uns selber neu machen müssen.
Und dass wir im Freundsein ungetrübt sind.“
(Annemarie Auer - Schriftstellerin)


Aber was ist inzwischen mit der Kunst?
Der Posten ist vakant, den sie so lange besetzt hielt. Klage und Selbstmitleid halte ich für verfehlt, angebracht finde ich die Frage, ob wir nun etwa aus der Verantwortung entlassen sind oder wofür wir in der Zukunft gebraucht werden. Die Literatur wird leisten müssen, was sie immer und übreall leisten muss, wird die blinden Flecken in unserer Vergangenheit
erkunden müssen und die Menschen in den neuen Verhältnissen begleiten.
(Christa Wolf - Januar 1990)