29. Mai, 20:00 Uhr
ZU GAST BEI KALLENBACH - ProGohlis PRÄSENTIERTE
"Die Augen des ewigen Bruders -
Lesung mit Klavierimprovisationen


In einer Bibliothek entnahm Barbara Hütten 1952 das Inselbändchen 349 von einem Stapel Bücher, der „eingestampft“ werden sollte.
„Ich hoffte auf den Tag, an dem man den Menschen seinen Inhalt nahe bringen könnte“, und sie bereitete den Text zu einer Lesung. Diese wurde zu
einem Appell an Menschlichkeit und Verantwortung, stellt die Frage nach Tun oder Unterlassen und nach der Schuld und der ideellen Werte im Leben.
Sie wendet sich an Menschen mit großer und kleiner Macht, ihre Anwendung zu befragen, um sie nicht zu missbrauchen.
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Es ist die Geschichte Viratas, den sein Volk rühmte mit den vier Namen der Tugend, von dem aber nicht geschrieben ist in den Chroniken der Herrscher,
noch in den Büchern der Weisen, und dessen Andenken die Menschen vergaßen.
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Nicht durch Vermeidung jeder Tat wird man vom Tun befreit. Nie kann man frei von allem Tun auch einen Augenblick nur sein. (Bhagvatgita 3. Gesang)
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Was ist denn Tat? Was ist Nichttun? – Das ist´s was Weise oft verwirrt. Denn achten muss man auf die Tat, achten auf unerlaubtes Tun. Muss achten
auf das Nichttun auch – der Tat Wesen ist abgrundtief. (Bhagvatgita 4.Gesang)
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Der bloße Genießer muss fressen, um sich wohl zu fühlen, der Dichter, der Phantasiemensch erschafft das Bibelwort der sättigenden Brote täglich neu.
(Stefan Zweig)